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Okichi

Der Legende nach wurde Okichi 1841 in Shimoda geboren.
Als Okichi 17 Jahre alt war, wurde der amerkikanische Konsul Townsend Harries ausgesandt, die Beziehungen zwischen Japan und Amerkika zu festigen. Was folgten, waren langwierige, ermüdende Verhandlungen. So beschloss man die amerikanischen Abgesandten und insbesondere Townsend Harris durch die Beziehung zu einer Japanerin milde zu stimmen und für sich zu gewinnen.
Man suchte also nach einer Japanerin, die sich für diese Aufgabe opfern würde. Denn wer einmal von einem Fremden berührt wurde, galt als unrein und wurde von der Gesellschaft ausgeschlossen.
Das Schicksal wollte es, dass Townsend Harris die junge Geisha Okichi erblickte, als diese ein Badehaus verließ und auf dem Heimweg war.
Er machte sein Interesse an Okichi bei der japanischen Regierung bekannt. Die japanische Regierung trat an Okichi heran und bat sie, diese Aufgabe für ihr Vaterland zu erfüllen. Doch sie weigerte sich - mit ein Grund war ihre Liebe zu Tsurumatsu, einem Schiffsbauer. Doch das Shogunat bot Tsurumatsu an, ihn zum Samurai zu machen - so gab er Okichi frei. Man setzte Okichi weiter unter Druck und so willigte sie schließlich ein, sich für die Regierung zu opfern.
Harris hatte einen verlassenen Schrein zu einem westlich eingerichtetem Herrenhaus umbauen lassen und man brachte Okichi zu ihm. Sie wurde seine Konkubine und verbrachte einige Zeit mit ihm, bis sie einen Hautausschlag bekam, und er sie fortschickte. Sie sollte erst wiederkommen, wenn sie geheilt war - doch auch nach der Heilung blieb sie weiterhin verstoßen. Harris verließ Japan und Okichi wurde fortan "Tojin Okichi" genannt - was "Barbaren Okichi" bedeutet.
Durch den Ausschluss aus der Gesellschaft, begann Okichi zu trinken. Später lebte sie in Kyoto und Mishima für einige Zeit, bis sie nach Shimoda zurückkehrte. Sie führte dort ein Restaurant namens Anchokuro - doch es brachte keinen Gewinn.

1892 begann Okichi im Alter von 51 Jahren Selbstmord - sie ertränkte sich.

Dies ist die Legende der Okichi - und wie es bei den meisten Legenden der Fall ist, so heißt es, dass einige Teile der Geschichte nicht der Wahrheit entsprechen, sondern nach und nach durch Verfremdung durch Weitererzählung hinzukamen.
So heißt es zum Beispiel in einer anderen Variante, dass Okichi lediglich eines der Hausmädchen von Harris war.

Dennoch, Okichi wird in Japan als Heldin verehrt.
So gibt es einen Tempel, der Hofukuji Tempel, in dem man auch ihr Grab findet, an dem jedes Jahr Zeremonien abgehalten werden.
Auch Okichis Restaurant ist noch erhalten und wird heute weiterhin von einem Wirt betrieben - im ersten Stock des Hauses, findet man sogar ein kleines Museum, das Okichi gewidmet ist.

Sadayakko

Die legendäre Star-Geisha Sadayakko kam 1871 im Nihonbashi Bezirk von Tokyo zur Welt. Im Alter von sechs Jahren übergab ihre Familie Sadayakko an Kamekichi, die Besitzerin einer Okiya des Hanamachi Yoshicho. Grund dafür war wohl der Bankrott des Vaters, der zuvor ein erfolgreicher Geschäftsmann gewesen war. Durch den Verkauf seiner Tochter, veruchte er ihr Leben als auch die Familie zu retten.
Sadayakko war eine Schönheit - noch dazu hatte sie außergewöhnliche Augen, das Linke war das einer Japanerin, während das Rechte die Lidfalte einer Frau aus dem Westen hatte. Außerdem kam sie aus gutem Haus und hatte somit eine gute Erziehung genossen, was genauso hilfreich für ihre spätere Karriere war, wie auch ihre schnelle Auffassungsgabe.
Anders als andere Mädchen lernte Sadayakko mit 10 Jahren lesen und schreiben, es hieß, wenn sie eine Sache lernte, schnappte sie 10 weitere nebenbei auf. Ihre Oka-san hatte große Pläne mit ihr - sie wollte sie zur erfolgreichsten Geisha machen und ihr den besten danna verschaffen, den Japan zu bieten hatte.

Mit 16 Jahren war Sadayakko zu einer atemberaubenden Schönheit herangewachsen.
Ihre Okasan beratschlagte sich mit ihrem Bekannten, dem Großindustriellen Eiichi Shibusawa, wegen Sadayakkos zukünftigem danna. Shibusawa schlug den Premierminister Hirobumi Ito vor, den er selbst Sadayakko vorstellen wollte. So lernte Sadayakko Ito (1841 - 1909) auf einem ozashiki kennen, auf dem sie ihm - war sich doch noch sehr jung - schüchtern Sake einschenkte. So kam es dass Hirobumi Ito, Sadayakkos danna wurde. Er überhäufte sie mit Geschenken der westlichen Welt und so kam es zu der Anektdote, nach der Sadayakko im Sumido in einem westlichen, glamourösen Badeanzug geschwommen sei und sodann von einem Polizisten vernommen wurde. Es heißt, sie habe lediglich ihre schwarzen Locken zurückgeworfen und dem Polizisten schnippisch geantwortet, sie gehöre zu Graf Ito. Damit war die Sache geklärt.

Zwar war Sadayakkos danna Ito Shibusawa, doch gehörte ihr Herz einem Studenten, den sie heimlich traf, schließlich gehörte sie offiziell zu Hirobumi Ito und stand in der Öffentlichkeit. Sie konnte sich mit ihrem Liebhaber also nur treffen, wenn sie ihr Gesicht mit einem Schal verhüllte.
Allerdings wussten beide, dass es keinen Platz für sentimentale Gefühle gab in ihrem Leben und so ergriff er seine Chance in eine reiche Familie einzuheiraten. Sein zukünftiges Leben führte ihn in die USA.
Sadayakko stürzte sich in einige Affären, unter anderem mit zwei berühmten Kabuki-Schauspielern und einem Sumo-Ringer.

Doch im Jahre 1892, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, wurde sie auf ein ozashiki gerufen das eine schicksalhafte Wendung in ihrem Leben herbeiführen sollte.
Sie lernte dort Otojiro Kawakami kennen, der damals als junger, berühmter Schauspieler und Satiriker Stadtgespräch war. Er war 8 Jahre älter als Sadayakko und aufgrund seines frechen Mundwerks, war er einige Male schon im Gefängnis gewesen. Sadayakko war fasziniert von seiner schroffen Art und so kam es, dass die beiden eine Liebesaffäre begannen, aus der eine lebenslange Liebe werden sollte.

Sadayakko zog die Konsequenzen aus der Liebe zu Otojiiro und beendete ihr Leben als Geisha und ihr Bündnis mit Hirobumi Ito, um Otojiiros Frau zu werden.
Er wurde ein berühmter Schauspieler, Theaterdirektor und Impressario und baute sich sogar ein eigenes Theater.
Mit seiner Theatergruppe reisten er und Sadayakko nach Amerika. Damals übernahmen noch Männer die weiblichen Rollen in Theaterstücken - doch Sadayakko sollte zur ersten japanischen Schauspielerin werden. Sie trat zusammen mit Otojiiro auf.
Ihre Tournee brachte sie auch nach England und danach Paris, wo zur selben Zeit die Weltausstellung statt fand.
Sadayakko wurde berühmt als die "Geisha die den Westen" verzauberte - Künstler wie William Nicholson oder Pablo Picasso (siehe Bild rechts) widmeten sich ihr. In Washington wurde ihre Vorstellung vom Präsidenten William McKinley besucht, in Paris wurde ihnen die Ehre zu Teil, im Präsidentenpalast aufzutreten. Dort überreichte der damalige Präsident Emile Loubert Sadayakko einen Blumenstrauß. Und in London hatte man eigens für ihre Aufführung eine japanische Bühne im Buckingham Palace aufgebaut - auf Geheiß des Prince of Wales.
Durch die Erfahrungen, die sie in Amerika und Europa gesammelt hatten, verwirklichten sie, zürück in Japan, neue Reformideen. Eine Folge daraus war die Gründung der ersten japanischen Schule für Schauspielerinnen 1903.

Sadayakko und Otojiiro waren bis zu Otojiiros Tod 1911 ein Paar.
Danach traf Sadayakko ihren einstigen studentischen Geliebten wieder, mit dem sie bis zu dessen Tod 1938 lebte. Sie selbst starb 1946 mit 75 Jahren.

Bis heute wird Sadayakko als Star-Geisha und erste japanische Schauspielerin verehrt.

Oyuki

Wenn man heute eine Geisha aus Kyoto die Frage nach der berühmtesten Geisha aller Zeiten stellt, so wird man zweifellos als Antwort "Oyuki Morgan" erhalten.
Sie war unter dem bürgerlichen Namen Yuki Kato als Tochter eines Kyotoer Waffenschmiedes im November 1881 geboren worden.
Um ihre Familie finanziell zu unterstützen hatte sie mit 14 Jahren die Ausbildung zur Geisha in Gion begonnen, in der Okiya ihrer Tante. Von nun an hieß sie Oyuki, was "ehrenwehrter Schnee" bedeutet.
Im Jahre 1920 kam ein gewisser George Morgan, der Neffe des millionenschweren Finanziers J. Pierpont Morgan, nach Japan. Enttäuscht von einer gescheiterten Romanze in New York, beschloss er, sich in Yokohama niederzulassen. Er hatte die Gelegenheit sich die Miyako Odori anzusehen und dabei fiel im die junge und schöne Oyuki ins Auge.
Sie war damals auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, eine elegante junge Frau von 21 Jahren - ihr langes, aristokratisch geschnittenes Gesicht mit einer zarten Nase, mandelförmigen Augen und ihren leicht hochmütig gehobenen Augenbrauen, gaben ihr das Antlitz einer Porzellanpuppe. Morgan verliebte sich Hals über Kopf in sie. Er konnte sie sich nicht aus dem Kopf schlagen und als er sie auf einem Ozashiki wiedersah, begann er um sie zu werben. Sie lehnte ab.
Ihr Herz gehörte einem Studenten namens Shinsuke, der in ihrem Alter war. Sie unterstützte den Studenten finanziell und hoffte darauf, seine Frau zu werden, sobald er sein Studium abschloss.
Unterdessen überhäufte Morgan sie mit Geschenken und setzte sein Werben trotz ihrer Ablehnung fort - der Student riet Oyuki Morgan noch weiter zappeln zu lassen, solange er Oyuki mit Geschenken überschüttete ... denn die Geschenke und das Geld, das Oyuki von Morgan erhielt, landeten schließlich in den Händen des Studenten...
Oyuki spielte ein eiskaltes Spiel mit Morgan - sie tanzte für ihn auf seinen Ozashikis, schenkte ihm ihr kühles, geheimnisvolles Lächeln und spielte das Shamisen. Doch hielt sie ihn immer auf Armeslänge von sich weg.
Die Geschichte vom übermäßig reichen Fremden aus New York und der kaltherzigen Geisha war mittlerweile Thema Nr. 1 der Klatschpresse und man verfolgte die Dinge die sich zwischen den beiden abspielten mit hohem Interesse. Sodass sogar 16 Artikel über Oyuki und Morgan in der Maenichi Shimbun erschienen.
Einer der Artikel befasste sich mit der Geschichte - sei sie nun fiktiv oder nicht - dass Oyuki 40 000 Yen von Morgan als Auslöse verlangte. Es heißt, sie hätte im gegenüber behauptet, sie benötige diese hohe Summe (die heute ca. 385 000 Euro entspricht) um sich von ihrem danna freizukaufen (ein danna der natürlich nie existierte). Diese hohe Summe war, so heißt es, eigentlich zur Abschreckung gedacht, um Morgan von sich fernzuhalten. Doch George Morgan sei darauf nach New York gereist um das Geld für sie zu besorgen. Sollte die Abschreckung also tatsächlich Oyukis Absicht gewesen sein, so war ihr Plan gescheitert - dieser Mann hätte alles für sie getan. Sie wurde durch diese Geschichte auch berühmt als "40 000 Yen Oyuki" - aus dieser Geschichte wurde viele Jahre später sogar ein Theaterstück gemacht.
Es kam der Tag, an dem der Student sein Examen machte - dieser Tag sollte Oyuki das Herz brechen. Shinsuke ging nach Osaka und machte dort in einer Bank Karriere - sollte er Oyuki wirklich geliebt haben, so war diese Liebe auf einen Schlag erloschen.
Oyuki erkannte wohl, dass sie Morgan großes Unrecht angetan hatte - hatte sie ihn doch ebenso ausgebeutet, wie sie von Shinsuke ausgebeutet worden war. So wollte sie Morgan nun geben, nachdem er so lange verlangt hatte und willigte endlich ein, ihn zu heiraten.
Im Jahre 1904 - gerade als der russisch-japanische Krieg begann - wurden sie heimlich in Yokohama getraut.
Kurz darauf gingen sie an Bord eines Schiffes, dessen Ziel New York war. Die Zeit bis zur Ankunft nutzte Morgan um seiner Frau einige Worte Englisch beizubringen und sie in die Benimmregeln der versnobbten amerikanischen Gesellschaft einzuführen.
Bei der Ankunft wartete Morgans nächste Verwandtschaft am Pier, gefolgt von einigen Journalisten die es nicht erwarten konnten, das ungewöhnliche Paar zu Gesicht zu bekommen.
Morgans Familie akzeptierte Oyuki nicht und auch die New Yorker Gesellschaft schnitt sie, wo es nur ging - so wurden die beiden von großen gesellschaftlichen Ereignissen wie den Festen der Mrs. Astor und Soireen der Vanderbilts ausgeschlossen. Die beiden zog es zurück nach Japan, sie erhofften sich dort ein normales Leben. Doch der Krieg hatte große Ausländerfeindlichkeit heraufbeschworen und so wurde Oyuki beschimpft und aufs übelste beleidigt, dass sie die Frau eines ausländischen "Barbaren" geworden war.
Die beiden ließen sich daraufhin in der Pariser Champs-Élisées nieder - die Gesellschaft in Paris war offen für ein ungewöhnliches Paar wie es die ehemalige Geisha und der Millionär waren.
Oyuki lernte Französisch, nahm Klavierunterricht und war bald in neueste Pariser Mode gekleidet, in allen Salons der höheren Gesellschaft anzutreffen.
Als der erste Weltkrieg ausbrach, war George Morgan geschäftlich in New York. Um nach Paris zurückkehren zu können, musste er einige Umwege auf sich nehmen - der direkte Weg nach Paris war durch den deutschen U-bootkrieg unpassierbar.
Endlich wieder zurück in Paris verschied der damals 44-jährige im Jahre 1915 an einem Herzinfarkt.
Oyuki war schockiert - war Morgan doch stets kerngesund gewesen.
Nun war sie allein in einem fremden Land in dem Krieg herrschte - doch wenigstens finanziell abgesichert, da Morgan ihr sein gesamtes Vermögen hinterlassen hatte.
Für ihren weiteren Lebensweg gibt es zwei Versionen - es heißt sie sei nach New York zurück gekehrt und von seiner Familie freundlicher als zuvor empfangen worden. Später dann ist sie zurückgekehrt in ihre Heimat Japan.
Eine andere und weitaus wahrscheinlichere Variante wurde von einem Journalisten, der sich explizit mit ihrem Leben beschäftigte, ans Licht gebracht.
Es heißt sie habe nach Morgans Tot mit einem französischem Legionär zusammengelebt - der ihr wohl schon zu Morgans Lebzeiten heimlich den Hof gemacht hatte.
Als dieser Legionär dann 1934 starb - und hier stimmt die Geschichte wieder mit der ersten Variante überein - kehrte Oyuki nach Japan zurück. Sie ließ sich in der Nähe des Teehauses Katoro nieder, in dem Morgan das erste Mal um ihre Hand anhielt. (Das Teehaus gibt es heute noch - es wird von Oyukis Verwandten geführt und befindet sich in der Nähe des Shirakawa Flusses).
Sie lebte zurückgezogen, war sie doch selbst schon fast eine Fremde geworden nach all den Jahren - sie sprach kaum mehr ein Wort Japanisch und ihre Pariser Hüte nahm sie selbst in ihrem eigenen Haus nicht ab.
Als der zweite Weltkrieg über das Land hereinbrach, scherzte man, dass die Tatsache das Oyuki Morgan hier lebte, Gion nicht bombardiert würde.
Im Alter von 82 Jahren starb sie im Jahre 1963 und wurde auf dem Gelände des Doju-in Tempels in Tofukuji beigesetzt.
Oyuki Morgan ging in die Geschichte ein - durchwanderte sie doch einen für eine Geisha ungewöhnlichen Lebensweg.

Teruha

Teruha, deren Name "schimmerndes Blatt" bedeutet, wurde unter dem Namen Tatsuko Takaoka 1896 in Osaka geborgen.
Es ist nicht genau bekannt, was sie nach Tokyo verschlagen hat, doch wurde sie dort im Alter von nur 13 und einer kurzen Ausbildungszeit Geisha von Shimbashi.
Ihrer Karriere nicht abträglich waren die damals aufkommenden Photografien und Postkarten. Teruha war ein beliebtes Model der Fotografen - ihr Bild auf Postkarten war eine gute Werbung für die junge Geisha.
Sie war jung und sie war schön und wollte das Leben genießen, solange sie diese Vorzüge noch besaß. So stürzte sie sich in einige romantische Affären. Im Alter von 16 verliebte sie sich unsterblich und als man ihr das Herz brach, versuchte sie sich umzubringen, in dem sie ihren kleinen Finger abschnitt.
Sie erholte sich von beidem - und im Alter von 23 Jahren heiratete sie einen Börsenmakler mit dem sie nach New York ging.
Als ihre Ehe allerdings scheiterte kehrte sie nach Japan zurück mit der Hoffnung wieder in die Geisha Gemeinschaft aufgenommen zu werden.
Doch der Wiedereinstieg wurde ihr nicht leicht gemacht, man zweifelte an ihrem Talent eine Geisha zu sein und stellte ihr keine erneute Lizenz aus.
Teruha wollte aber nicht aufgeben und so zog es sie zurück nach New York (ein Bild aus dieser Zeit - siehe links), wo sie hart an ihren tänzerischen Fähigkeiten arbeitete, mit dem Ziel durch dieses harte Training gut genug zu werden, wieder in die Geisha Gemeinschaft eintreten zu können - was ihr dann auch gelang.
Sie konzentrierte sich darauf, anderen Geishas Tanzunterricht zu geben und verbrachte einige Jahre damit, bis sie erneut eine Ehe einging - diesmal mit einem Professor der Medizin. Sie versuchte eine gute Hausfrau zu sein - doch auch diese Ehe scheiterte. Nach dieser zweiten Scheidung, war es für Teruha offensichtlich unmöglich wieder in die Gemeinschaft der Geishas aufgenommen zu werden.
Die darauf folgende Zeit bezeichnete sie als unstätiger Lebensabschnitt - sie nahm jede Möglichkeit die sich bot an, als Schauspielerin aufzutreten, arbeitete als Bar-Dame und immer noch als Model - während all dem stolperte sie durch mehrere Affären.
Nach all den Niederschlägen und Verwirrungen in ihrem Leben, fand sich Teruha in tiefen Depressionen wieder. Ihren Lebensinhalt, den sie als Geisha nicht gefunden hatte, erkannte sie nun in der Religion und widmete ihr Leben im Alter von 39 Jahren Buddha. Sie wurde Nonne des berühmten Gio-Ji Tempels in der Sagano/Arashiyama Region des alten Kyoto.

Dieser Tempel wurde der Legende nach von Gioh und Ginyo gegründet - zwei Schwestern die in den selben Mann verliebt waren, Kiyomori Taira.
Die Schwestern entschieden sich für ein in der ruhigen Abgeschiedenheit der Bambuswälder, für die diese Gegend bekannt war. Über die Jahre wurde der Gio-Ji Tempel bekannt als ein Zufluchtsort für Frauen mit gebrochenen Herzen - Teruha wurde eine von ihnen und nahm den nahmen Chi Syo an, der "kluger Sonnenschein" bedeutet.
Während ihres Lebens im Tempel wurde Teruha eine bekannte Nonne und später nahm sie die Position der Hohepriesterin des Tempels ein, in dem nur Frauen lebten.
Man nannte sie die "Geisha mit den neun Fingern" oder die "Priesterin mit den neun Fingern" und während des Lebens im Tempel verfasste sie zwei Bücher über ihr Leben. Das eine heißt "Der Blumen essende Vogel", das sich mit ihrem Leben als Geisha beschäftigt. Das andere "Das lange leben eines Blattes" in welchem sie ihr Leben nach dem Ausscheiden aus der Geisha Gemeinschaft beschreibt (Leider wurden beide Bücher nie aus dem Japanischen übersetzt).

Das Leben der jungen Shimbashi Geisha, das so unstet verlaufen war und dessen Erfüllung Teruha schließlich im Leben als Nonne fand, endete 1995 nach 99 Jahren. Ihre Ruhestätte ist im Gio-Ji Tempels zu finden, dessen Umgebung sie so geliebt hatte.
Bis heute findet man Teruhas Photografien und Postkarten, die sie in der Erinnerung der Menschen verankern.
Wer das Glück hat den Gio-Ji Tempel zu besuchen, der kann heute noch Teruhas Privaträume besuchen.

Ichimaru

Die Stargeisha Ishimaru wurde am 16. Juli 1906 in Nakatsugawa, das an der Grenze der Nagano und Gifu Region liegt, unter dem Namen Mitsue Goto geboren. Sie wurde in ein Zeitalter hineingeboren, das als "goldene Zeit der Geishas" in die Geschichte eingehen sollte - nie zuvor und auch niemals wieder danach, stand der Stern der Geishas so hoch, als in diesen Tagen.
Mitsue (Ichimaru) hatte 10 Geschwister, davon einen Bruder der allerdings schon im frühen Kindesalter verstarb. Um dafür zu sorgen, dass die Familie überleben konnte, gab man Ichimaru an eine Okiya in Asama, wo sie als oshaku (Bedienung) zu arbeiten begann als sie 14 Jahre alt war.
Eines Tages bat ein Gast sie um die Darbietung eines bestimmten Liedes - doch als sie kläglich versagte, schwor sie sich, ihre Gesangsfähigkeiten zu verbessern. Im Alter von 19 Jahren zog sie schließlich nach Tokyo und wurde von der Okiya Ichimatsuya aufgenommen - dort erhielt sie ihren Geishanamen Ichimaru.

Um ihren Gesang zu verbessern nahm Ichimaru Gesangs- und Shamisen-Unterricht bei der berühmten Lehrerin Enchiga Kiyomoto.
Ichimaru machte große Fortschritte, doch war ihr das immer noch nicht gut genug - so wurde sie schließlich die Schülerin von Eijudaiyu, der Sohn des brühmten Meisters Enjudaiyu Kiyomoto V. Ihr intensives und hartes Training zahlte sich aus und Ichimaru wurde eine begehrte ozashiki Teilnehmerin - nicht nur in ihrem eigenen Geisha Viertel sondern auch in Yanagibashi, Akasaka und Shinbashi.
Sie wurde zu einer der berühmtesten Geishas, durch ihr Talent, ihre Schönheit und ihren absolut perfekten Stil wurde sie zur sogenannten "Diva-Geisha" - nicht selten verewigten sie Künstler in ihren Werken.
Man nannte sie die Geisha mit der Nachtigallen Stimme und 1931 brachte ihr das einen Vertrag mit der Plattenfirma "The Victor Recording Company" ein.
Sie nahm ihren ersten Song auf, der "Nure Tsubame" (Nasse Schwalbe) hieß und als Filmmusik Verwendung fand - mit diesem Song landete sie einen Hit! Durch ihren zweiten Hit, "Tenryu Kudareba" (Hinunter den Tenryu Fluss) - der kurz auf den ersten folgte - wurde Ichimaru schließlich zum Superstar. Sie zog daraus ihre Konsequenzen und gab ihr Leben als Geisha auf, um sich ganz ihrer Musikkarriere zu widmen.

Während der 30er Jahre nahm Ichimaru weiterhin Lieder auf - der zweite Weltkrieg zwang sie zu einer Pause. Nach Kriegsende begann sie 1948 wieder Stücke aufzunehmen und erhielt ihre eigene Radiosendung namens "Mitsukoshi Kalender der Lieder", mit dem sie für die kommenden 10 Jahre weiterhin Erfolg haben würde.
Nach dem Krieg interessierte sich Ichimaru für die Kultur der USA und komponierte ein von Jazz inspiriertes Stück namens "Shamisen Boogie Woogie". In den 50er Jahren wurde sie dann als erste japanische Sängerin nach Hawaii eingeladen, um dort aufzutreten. Diesem Erfolg folgten weitere internationale Auftritte.
Während der Jahre kristallisierte sich ihr eigener Stil heraus der später unter dem Namen "Ichimaru Air" in die Geschichte eingehen sollte.

Ab 1984 begann ihre Karriere als Lehrmeisterin - sie gründete die Edo Ko-uta Ichiju Gesellschaft mit der Hoffnung Edo ko-uta bekannter zu machen. Für ihre Bemühungen Edo ko-uta an Popularität gewinnen zu lassen, erhielt sie den Ehrentitel der Nakamura Schule für Edo ko-uta.

Nach 91 Jahren endete das Leben der Diva-Geisha Ichimaru im Jahre 1997 - sie hinterließ eine umfangreiche Sammlung an traditionellen japanischen Liedern, die sie modern umgesetzt hatte.
Ihr Vermächtnis sind 270 Ha-uta, Zokkyoku Melodien und Ko-uta, die sie im Laufe ihrer Karriere aufnahm. Außerdem hinterließ sie eine umfangreiche Sammlung an Kimonos und Obi - war sie doch Kimonos und allen dazugehörenden Dingen leidenschaftlich verfallen.

Kiriki

Die berühmte Kiriki war eine Geiko der neueren Generation. Sie wurde am 9. September im Jahre 1951 in Kyoto geboren. 1968 trat sie in die Hanamachi Gemeinschaft ein und verbrachte von diesem Zeitpunkt an 20 Jahre ihres Lebens als Maiko und Geiko und wurde zu einer Berühmtheit. Noch heute findet man in vielen Geschäften Postkarten mit ihrem Bild, in der typisch verbeugenden Pose. Ausgebildet wurde sie in der Inoue Schule (die berühmteste Tanzschule) und ist somit als Kyo-Mail Inoue-ryu zu bezeichnen - Tänzerin im Inoue Stil.
1988 gab Kiriki den Beruf der Geisha auf. Sie eröffete Ende 1999 ein kleines Geschäft namens "Kasai", in einem 100 Jahre alten Haus, das vorher eine Ochaya gewesen war. Hier verkauft sie typisch japanische Accessoires - außerdem können ihre Kunden auch Tee und japanische Süßigkeiten genießen. Ihrer Aussage nach, schuf sie dieses Geschäft und das dazugehörige kleine Cafe, um Touristen einen kleinen Einblick in eine ehemalige Ochaya zu geben und es ihnen zu ermöglichen, ein wenig mit der Welt der Geishas in Berührung zu kommen. Da es Aussenstehenden normalerweise nicht möglich ist, das Leben in den Hanamachis wirklich zu erleben.
Kiriki ist außerdem als Ikebana Meisterin national wie auch international bekannt.Sie besuchte bis jetzt 74 Länder und hielt Vorträge über Ikebana und brachte Menschen die Kultur Gions näher.
Zwar ist sie schon Ikebana Meisterin, doch lernt sie immer noch weiter und studiert nun auch die Teezeremonie (Chado) und Kaligrafie (Shodo). In beiden hat sie ebenfalls schon einen hohen Rang.
Sie ist zusätzlich in einigen anderen kulturellen Bereichen tätig und hat mittlerweile auch ein eigenes Buch veröffentlicht unter dem Titel "Omoshiro hannari overseas". Außerdem führt sie eine Fernsehsendung mit dem Namen "Hanagoyomi".

Solltet ihr einmal nach Kyoto kommen, so könnt ihr bei Kiriki-sama vorbeischaun.
Ihr Geschäft und Cafe: http://www.gion-kasai.jp/kiriki.html

Interview mit Kiriki-sama: http://craft.kyoto-np.co.jp/interview/vol03.html

Wird fortgesetzt!

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