Wenn du aus deiner Mietwohnung ausziehst, kommt früher oder später die Frage: Muss ich die Wände streichen? Viele Mieter sind unsicher, was sie beim Auszug alles erledigen müssen. Die Antwort hängt von mehreren Dingen ab – vor allem vom Mietvertrag und dem Zustand der Wohnung beim Einzug. Hier bekommst du einen klaren Überblick.
Was sagt das Gesetz dazu?
Grundsätzlich ist der Vermieter in Deutschland für Renovierungen verantwortlich. Du musst also nicht automatisch beim Auszug streichen. Trotzdem stehen in vielen Mietverträgen sogenannte „Schönheitsreparaturen“. Diese können zum Beispiel beinhalten, dass du alle Wände weiß streichen oder kleine Schäden beheben musst. Solche Klauseln sind nur gültig, wenn sie fair und verständlich formuliert wurden. Pauschale Aussagen wie „Der Mieter muss bei Auszug immer streichen“ sind oft ungültig.
War die Wohnung bei deinem Einzug unrenoviert, darf der Vermieter in der Regel nicht verlangen, dass du renovierst. Hast du aber zum Beispiel eine Wand knallrot gestrichen, kann verlangt werden, dass du sie wieder neutral streichst, also in Weiß oder Hellgrau.
Warum der mietvertrag so wichtig ist
Dein Mietvertrag gibt den Ton an. Lies ihn deshalb aufmerksam durch. Dort steht oft genau, ob und wann du streichen musst. In manchen Fällen steht sogar ein Zeitplan, zum Beispiel: „Alle fünf Jahre streichen“. Solche starren Vorgaben sind meistens nicht gültig. Wichtig ist auch, ob du beim Einzug ein Übergabeprotokoll bekommen hast – dort steht, in welchem Zustand die Wohnung damals war. Dieses Dokument kann dir später viel Ärger ersparen.
Schritt-für-schritt anleitung für den auszug
- Mietvertrag lesen: Schau nach, ob es Regeln zu Schönheitsreparaturen gibt. Achte auf das Kleingedruckte.
- Wohnung prüfen: War sie renoviert beim Einzug? Wenn nicht, musst du meist auch nicht streichen.
- Farben checken: Kräftige Farben solltest du überstreichen. Neutrale Töne wie Weiß oder Beige reichen oft aus.
- Vermieter fragen: Kläre ab, was genau erwartet wird. So vermeidest du spätere Diskussionen.
- Alles dokumentieren: Fotografiere alle Räume vor dem Auszug. So hast du einen Beweis für den Zustand der Wohnung.
Noch ein paar praktische Tipps!
- Besser vorher klären: Sprich lieber früher als später mit dem Vermieter. So weißt du genau, woran du bist.
- Keine Billigfarbe nehmen: Schlechte Farbe deckt oft nicht gut. Dann brauchst du mehrere Schichten und mehr Zeit.
- Freunde um Hilfe bitten: Gemeinsam streichen macht mehr Spaß und geht schneller.
- Werkzeug ausleihen: Viele Baumärkte bieten Mietgeräte an. So sparst du Geld und hast trotzdem gutes Werkzeug.
- Nicht zu knapp planen: Nimm dir genug Zeit vor dem Auszug. Letzter-Minute-Stress kann schnell zu Fehlern führen.
Ein Umzug ist schon stressig genug. Wenn du gut vorbereitet bist und deinen Vertrag kennst, ersparst du dir unnötige Sorgen. Und mit ein paar Eimern Farbe und guter Laune kannst du deine Wohnung ordentlich und stressfrei übergeben.
